Seit meiner frühesten Jugend kenne ich den Mohren von SAROTTI. Er versprach märchenhaften und zugleich exotischen Schokoladengenuss, wo andere Marken mit Sport und Jugend warben oder mit einer damals just neu eingeführten lila Kuh in den Alpen. Bedenken Sie: Zu der damaligen Zeit war Schokolade für Kinder bei weitem nicht so präsent und verfügbar wie heutzutage. Da musste man schon Geburtstag haben, um tatsächlich mal eine Tafel Schokolade für sich ganz alleine zu haben. Weihnachten und Ostern waren die anderen beiden Gelegenheiten, zu denen die Erwachsenen uns mit Schokolade beschenkten.
Entsprechend andächtig wurden derartige Köstlichkeiten bewundert . Auch im Werbefernsehen. Die Reklamesendung mit dem niedlichen SAROTTI-Mohr sprach mich damals schon an. Meine Oma auch. Die war es auch, bei der ich ab und zu ein Stückchen SAROTTI-Schokolade naschen durfte. Sofern ich zuvor extrem brav gewesen oder der Oma irgendwie zur Hand gegangen bin.

Der SAROTTI-Mohr verspricht süße Märchen aus 7 Ländern und wirbt mit „1001malig gut“.

In den späten 1970- und 1980er Jahren verschwindet SAROTTI aus dem Fernsehprogramm und führt fortan nur noch ein Nischendasein. Der Mohr hat ausgedient. Schlimmer noch. Im Zuge vermeintlich „politischer Korrektheit“ darf er ja im Grunde nicht mehr sein. So wie das Kinderbuch „Zehn kleine Negerlein“ oder das „Negerpüppchen“, das seit Kriegsende von vielen Puppenmuttis heiß und innig geliebt wurde. Das einst so bekannte und beliebte Markenzeichen auf der SAROTTI-Schokolade schrumpft zusehends und wäre wohl mit der zeitweiligen Übernahme durch Nestle beinahe komplett gestrichen worden, hätten die Werbestrategen nicht doch noch plötzlich seinen Wert erkannt.

Seither entwickelt sich die Welt des SAROTTI-Mohren zwar weiter, aber die Idee des ersten Werbestrategen gilt mehr denn je. Zwischen 1910-1918 gestaltet Prof. Julius Gipkens den ersten SAROTTI-Firmenwagen und den ersten einheitlichen Markenauftritt.

Seit Anfang 2001 ist SAROTTI endlich wieder „Traumhaft schokoladig“. Den Konsumenten gefällt’s – ebenso wie die Verjüngungskur, die dem SAROTTI-Mohren zuteil wurde. Er ist fortan ein „Magier der Sinne“ und verspricht (exotischen) Schokoladengenuss aus Tausendundeiner Nacht.

 

Wenn Sie sich nun selbst von SAROTTI-Schokolade überzeugen möchten – bitteschön, greifen Sie zu.  Sie könnten allerdings auch Ihr Glück bei der Frage des Monats (Oktober 2012) probieren. Die dreht sich nämlich auch um SAROTTI und den kleinen Mohren.